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Hartbergerland-Weltradsportwoche2019


Martin Sommer im gelben Trikot bei der Hartbergerland-Weltradsportwoche
Im Endklassement Platz 3 erreicht, Holger Götze erkämpft Platz 8

Die 47. Hartbergerland-Weltradsportwoche ist eine traditionelle Radsportveranstaltung in der Steiermark. Die Rundfahrt über sechs Etappen in fünf Tagen beinhaltet alles, was der Radsport hergibt. Vom Prolog, über normale Straßenrennen, einem Bergsprint, ein Einzelzeitfahren, und zum Finale eine kurze, knackige Etappe mit einer Bergankunft, diese Mischung lässt jedes Radsportherz schneller schlagen.
250 lizenzierte Rennfahrer aus 20 Nationen im Alter von 10 bis über 80 Jahren kämpfen in den einzelnen Rennen um die Gesamtwertung in ihren Altersklassen. Jeden Abend gibt es eine Siegerehrung mit der Verleihung des gelben Trikots für die Führenden. Vom Arrivato/Run&Race-Team des RSV 1895 Passau waren Holger Götze (Master I) und Martin Sommer (Master III) am Start.

In den Abendstunden des ersten Tages wurde der Prolog gestartet, ein 1300m Sprint durch die Innenstadt von Hartberg. Im ersten Abschnitt verläuft es 800m leicht bergab in die gesperrte Fußgängerzone hinein, von da ab, auf Pflaster steil bergauf, zum Hauptplatz. Im 30 Sekunden Abstand wurden die Rennfahrer einzeln auf die Strecke geschickt. Martin Sommer konnte hier gleich mal ein Zeichen seiner guten Rennform setzen. Mit einem Sieg, zwar nur um 0,4 Sekunden vor Werner Pinczker, ließ er sich gleich am ersten Tag das gelbe Trikot überziehen. Holger Götze schaffte Platz 11, die Abstände zum Führenden waren auch hier sehr knapp.

Am nächsten Tag führte die 1. Etappe von Kaindorf aus auf einen 25 Kilometer langen Rundkurs mit 300 Höhenmeter. Die jüngeren Masterklassen mussten 3 Runden, die älteren 2 Runden bewältigen. Im Rennen über 50km erfuhr Sommer gleich mal, was es heißt, Gelb zu tragen. Die Österreicher, vertreten u.a. mit einem 5-Mann starkem Master-National-Team, spielten gleich mal ihre Mannschaftsstärke aus, und attackierten abwechselnd. Der Passauer musste dann jedes Mal wieder die Lücke schließen, dann ging das Spiel wieder von vorne los. 10km vor dem Ziel, am letzten Berg, drehte er jedoch den Spieß um. Mit einer herzhaften Attacke, der nur der Wiener Alex Strauß, und der bisherige dritte des Klassement, Andrej Zavbi aus Slowenien, folgen konnten. Zusammen hetzten sie nun Richtung Ziel, wobei Sommer und Strauß die Hauptarbeit machten, ihnen war der Zeitgewinn gegenüber dem Feld sehr wichtig. Den Sprintsieg sicherte sich dann der Slowene knapp vor Sommer und Strauß. Durch den Vorstoß konnten sie sich knapp 1 Minute Vorsprung ausarbeiten, ihr Schnitt lag bei knapp 38 km/h.
Im Master I Rennen über 75 km war es ein ähnliches Spiel. Auch hier eine starke österreichische Armada, die den Führenden aus Belgien bekämpfte. Das Tempo war von der ersten Runde an sehr hoch, Götze war immer an der Spitze des Geschehens. In der zweiten Runde stürzte er in einer schwierigen Kurve, hier kamen mehrere Fahrer zu Fall, wie später berichtet wurde. Doch Götze ließ sich nicht entmutigen und kämpfte sich in einer langen Verfolgung wieder an das Feld heran, was ihn jedoch viele Körner kostete. Trotzdem konnte er im Schlußsprint noch gut mithalten, und kam auf den 5. Platz, verbesserte sich dadurch im Klassement auf Platz 7.

Die zweite Etappe startete in Grafendorf, auch wieder ein Rundkurs, jedoch war das Gelände hier schon etwas Bergiger. Für die Master III 55km und 750hm, die jüngeren mussten 78 km und 980hm abspulen. Der Etappenverlauf war wie am Vortag, die ersten 30km wurde pausenlos attackiert, doch Sommer konnte jeden entscheidenden Vorstoß parieren. Dann kehrte erst mal Ruhe ein, das Feld sortierte sich wieder. 15km vor dem Ziel folgte der entscheidende Vorstoß von Strauß, Sommer zog sofort nach, auch Zavbi und Pinczker konnten folgen. Die vier Führenden setzten sich wieder erfolgreich ab, und machten den Sieg unter sich aus. Für den Passauer war entscheidend, dass die anderen keine Zeit auf ihn gut machten, da der Abstand zu ihnen mit 2, bzw. 5 Sek doch sehr knapp war. Den Etappensieg holte sich nach einem langen, ansteigenden Zielsprint der Slowene, Zeitgleich dahinter Sommer mit Pinczker und Strauß. Das Tagesziel des 55-jährigen war somit erreicht: Gelb erfolgreich verteidigt.
Auch für Götze war es wieder ein harter Arbeitstag. Sein Plan, an einem Berg zu einer Vorentscheidung zu gelangen, ging nicht auf, da für das Leichtgewicht aus Straubing die Berge doch zu flach gewesen sind. Also konzentrierte er sich auf den Schlußsprint. 1500m bergauf, doch auch zu wenig steil für ihn. Gegen die starken Sprinter konnte er jedoch Platz 8 belegen. Der Tagesschnitt lag auf der bergigen Strecke immer noch bei 37,4 km/h.

Der nächste Tag, es stand vormittags ein Bergsprint über 4km im Roadbook. Mit Start in Penzendorf waren die ersten beiden Kilometer sogar noch relativ flach, doch dann ging es zur Sache. Und 2 km bergauf bis zu 14% steil im absoluten Renntempo lassen nicht nur die Oberschenkel brennen. Den letzten Kilometer kam es zum Showdown. Der Slowene zog unerbittlich den Schlußsprint an, nur Strauß konnte ihm noch folgen, Sommer fiel leicht zurück, kam als vierter ins Ziel, und verlor 4 Sekunden, somit auch das Gelbe Trikot an Andrej Zavbi. Der Passauer lag aber im Gesamtklassement noch auf Platz 2, aber nur eine Sekunde vor Strauß.
Im Rennen der Master I wurde gleich vom Start weg Vollgas gegeben, das Tempo bis oben zum Ziel extrem hoch, die österreichischen Nationalfahrer wollten eine Vorentscheidung herbeiführen, ihren Favoriten, Thomas Mayrhofer nach vorne bringen, der nur knapp am Etappensieg vorbei schrammte. Holger Götze hielt sich sehr gut in dem Feld, er belegte den ausgezeichneten 8. Platz, und konnte sich somit im Gesamtklassement auf Platz 5 verbessern.
Nachmittags folgte dann das Einzelzeitfahren, die Strecke 17km lang und flach, also etwas für die Tempobolzer auf ihren Zeitfahrmaschinen. Das Material erlesen, man könnte meinen, die Räder kommen von den Profis der Tour de France. Das Zeitfahren ist eine spezielle Disziplin, der Kampf gegen die Uhr sollte geübt sein, die Position muss so aerodynamisch wie möglich sein. In dieser Disziplin hatten die beiden vom RSV Passau keine Erfahrung, also rechneten sie schon mit größeren Rückständen. Sommer hatte eine Zeitfahrmaschine mit am Start, zog sich auch respektabel aus der Affäre, kam auf Platz 7 ins Ziel. Jedoch gegen seine Gegner im Klassement hatte er keine Chance, die Spezialisten nahmen ihm viel Zeit ab. Der Slowene 54 Sek, Strauß sogar 68 Sek, der Wiener übernahm dadurch auch das Gelbe Trikot. Das Zeitfahren beendete er mit einem Schnitt von 45,4 km/h. Sommer fiel im Klassement dadurch auf den dritten Platz zurück.
Für Holger Götze kam es noch härter, er hatte seinen Straßenrenner nur durch einen Lenkeraufsatz und ein Scheibenrad modifiziert, hatte als Bergfloh vornherein keine Chance, kam nach 25 Minuten ins Ziel. Den Sieg sicherte sich nach 21:45 min mit einem Schnitt von 48,3 km/h Wolfgang Eibegg, Thomas Mayrhofer übernahm die Führung der Master I. Tagesschnellster war nach 21:11min, einem Schnitt von 49,6 km/h, Martin Geretschnig, gestartet in der Klasse der Amateure.

Am letzten Tag stand eine kurze, aber knackige Etappe an. Vom Papier her nur 23 km, doch die hatten es in sich. Eine Bergankunft am Pöllauberg, 6km lang, unten rein gleich mal 13% steil, dazwischen etwas flacher, sogar mit einer kurzen Abfahrt, danach wieder steil, bevor er auf dem letzten Kilometer etwas abflacht. Oben am Berg steht eine Wallfahrtskirche, gekürt zum „schönsten Fleckerl in der Steiermark“, doch hierfür hatten die Rennfahrer erstmal keine Augen. Sommer und Götze hatten den Plan, wenn sich noch einmal eine Gelegenheit ergibt, anzugreifen, vielleicht wäre es möglich, noch einmal die Position im Klassement zu verbessern. Unten rein in den Berg wurde das Tempo auch gleich mal mächtig angezogen, es erfolgte eine erste Vorselektion. Nach der kurzen Abfahrt dann wieder dasselbe Spiel, die Führenden zeigten aber keine Schwäche. Sommer versuchte nochmal eine letzte Attacke, wurde aber sofort wieder gestellt. Im Schlußsprint lieferte sich der Passauer noch einmal ein hartes Duell mit den Führenden, doch er konnte kein Zeit mehr gutmachen, sicherte sich aber Platz 3 im Gesamtklassement ab, und war letztendlich doch stolz über den Podiumsplatz, den die Konkurrenz war schon sehr gut besetzt.
Holger Götze wollte auch nochmal ein Zeichen setzen. Im 80 Mann großen Feld, sie starteten am letzten Tag gemeinsam mit den Junioren und Amateuren, machte die Sache durchaus nicht leichter. Doch der Straubinger fuhr hochmotiviert in den Berg hinein, konnte auch mit der Spitze mitgehen, sich einer kleine Gruppe sogar absetzen. Doch auf den letzten Kilometer rollten die absoluten Siegfahrer ran, und machten den Sieg unter sich aus. Es gewann die letzte Etappe Mayrhofer, somit auch das Klassement der Master I. Holger Götze fuhr noch auf den sehr starken 6. Platz, beendete die Rundfahrt auf dem 9. Rang im Gesamtklassement. Die zwei vom Arrivato/Run&Race-Team waren danach voll des Lobes für die Veranstalter der Weltradsportwoche, und hoffen mit der Rundfahrt eine Formsteigerung, für die noch anstehenden Rennen in dieser Saison, geschaffen zu haben.


Holger Götze im Rennen v.L. Sommer im gelben Trikot, Zavbi, Pinczker

Fotos: Sommer