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Rad-WM Varese 2018


Top-50 Platzierungen für Passauer Radsportler bei der Weltmeisterschaft
Götze, Sommer und Wirth überzeugen mit guten Ergebnissen

Die Weltmeisterschaft für Rad-Amateure fand dieses Jahr in Italien, in der Lombardei, statt. Genau 10 Jahre nach dem Rennen der Profis, bekam Varese wieder den Zuschlag, für die Ausrichtung der Wettkämpfe auf der Straße. Fast 3000 Athleten aus 60 Ländern suchten in den einzelnen Altersklassen, von 19 – 75 Jahren, bei den UCI-Gran Fondo-World Championships ihre Weltmeister. Qualifizieren musste man sich in diversen Radrennen verteilt über die verschiedensten Länder oder Erdteile. Vom Arrivato/Run&Race-Team des RSV 1895 Passau schafften dies Florian Wirth in Luxemburg, Holger Götze und Martin Sommer erkämpften sich schon letzten Herbst, auf der WM-Strecke in Varese, die Qualifikation. Zugleich hatten sie sich da schon den Vorteil der Streckenkenntnis erlangt. Die Runde über 130 Kilometer und 2000 Höhenmeter führte von Varese aus quer durch die Lombardei, über die Alpe Tedesco zum Luganer See, über die Höhenzüge von Cunardo zum Lago Maggiore, zurück über zwei weitere Berge zum Lago Varese, wo der finale 3 Kilometer lange Anstieg in die Stadt hinauf, letztendlich den Fahrern nochmal alles abverlangte. Ein Kurs also geschaffen für „Bergziegen“, lange und steile Anstiege, mit anschließend auf kleinen, engen Straßen technisch schwierigen Abfahrten. Die einzelnen Altersklassen-Startblöcke wurden immer mit 7 Minuten Zeitabstand auf die Piste geschickt.

Als erste Gruppe mit 300 Startern war die Klasse 19-34 Jahre mit Florian Wirth an der Reihe. Auf den ersten leicht welligen 12 Kilometern musste man sich nach vorne kämpfen, um für den 6 km Anstieg zur Alpe Tedesco, 8-12% steil, gut positioniert zu sein. Der Eginger kämpfte sich in der zweiten Gruppe über den Berg, vorne konnten sich schon ca. 50 Fahrer absetzen. Die Gruppe versuchte wieder den Anschluss zu finden, wodurch das Tempo gnadenlos hoch war, zweimal verlor Wirth den Kontakt, konnte sich aber immer wieder zurück kämpfen, doch die Spitze erreichten sie nicht mehr. So kam es am Ende zum Massensprint des großen Hauptfeldes, hier gelang dem 30-jährigen nach 3:34 Stunden mit Platz 91 in Top-100 der Weltelite zu fahren. Weltmeister wurde der 29-jährigeTommaso Elettrico aus Italien.
Das Rennen von Holger Götze gestaltete sich ähnlich. In seiner Klasse M40-44 war die Konkurrenz mit 270 Fahrern auch sehr groß, doch der Kampf am Berg auf höchstem Niveau kam dem Straubinger entgegen, hier konnte er seinen Gewichtsvorteil ausspielen, der Kurs war ihm auf den Leib geschneidert. Zwar konnte auch er mit der absoluten Spitze nicht mithalten, doch im aussichtsreichen Verfolgerfeld fuhr der 43-jährige über die Passhöhe. In der Gruppe wurde so richtig Tempo gebolzt, und über die Länge des Rennens fielen viele zurück. Götze hatte sich in unzähligen Elite-Wettkämpfen eine sehr starke Rennhärte zugelegt, doch im Schlussanstieg wurde er von Krämpfen gebremst. Trotzdem erkämpfte er sich nach 3:37 Std noch den 42. Platz, zwar etwas enttäuscht über die entgangene Chance, sich weiter vorne zu platzieren, doch er kam noch vor dem Deutschen Meister Michael Kopf ins Ziel, und der RSV-Athlet verbesserte seine Qualifikationszeit um 15 Minuten. Weltmeister dieser Klasse wurde Alfonso DÉrrico aus Italien.

Auch Martin Sommer zeigte nach harten Vorbereitungswochen eine gute Form, für das harte Bergrennen hatte er extra nochmal ein paar Kilo abgespeckt. Seine Klasse M50-54 war mit fast 400 Startern die größte an diesem Tag. Die Berge meisterte der 54-jährige perfekt, zur Alpe hoch konnten sich 15 Mann absetzen, und dahinter fuhr der Passauer ein grandioses Rennen, war immer mit vorne im Geschehen der Verfolgergruppe. Erst nach 90 Kilometern, fast ganz oben am vorletzten Berg, musste er die Gruppe ziehen lassen, versuchte zwar mit 5 Italienern nochmal in der Abfahrt den Anschluss zu finden, doch die Gruppe lief nicht, nur zwei führten mit, und so wurde der Rückstand immer größer. Kurz vor dem Ziel kam noch eine Gruppe mit dem Deutsche Meister Holger Vach aufgefahren, die letzten 3 km ging nochmal richtig die Post ab. Sommer hängte sich an das Hinterrad des Meisters und konnte nach 3:40 Std den 47. Platz einfahren. Die harte Vorbereitung hatte sich gelohnt, bei der Qualifikation benötigte er für die gleiche Strecke fast 4 Stunden. Weltmeister seiner Klasse wurde erneut Bruce Bird aus Kanada, welcher mittlerweile seinen dritten WM-Titel einfuhr.

Hochzufrieden über ihre erbrachte Leistung waren die drei Fahrer vom Arrivato/Run&Race-Team sehr Stolz, im National-Trikot die Deutschen Farben zu vertreten. Nächstes Jahr findet die WM in Polen statt, und hier waren sie sich einig, und versprachen: „Da sind wir wieder dabei!“

v.L.: Sommer, Wirth, Götze

(Foto Sommer)