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Radweltpokal St. Johann/Tirol 2018


Martin Sommer erkämpft sich beim Radweltpokal Top-Platzierung
Rang 4 für den RSV-Radrennfahrer in St. Johann/Tirol

Jedes Jahr im August rückt die Region um das Kaisergebirge in den Focus der internationalen Radsportszene. Zum 50-jährigen Bestehen des Radweltpokals in St. Johann/Tirol meldeten sich dieses Jahr Radrennfahrer aus 56 Nationen für die einzelnen Wettbewerbe an. Die ganze Woche finden hier Wettkämpfe in den verschiedensten Altersklassen, vom 10-jährigen Schüler bis zum 89 Jahre alten Senior, vom Straßenrennen bis zum Einzel- oder Bergzeitfahren, oder aber nur ein 1000m Sprint auf der Landebahn in St. Johann. Als besondere Attraktion für das Jubiläum wurde auch ein Klassik-Rennen auf mindestens 25 Jahre alten Rennrädern mit Stahlrahmen ausgetragen, die Rennfahrer trugen Trikots aus der damaligen Zeit, quasi „back to the roots“, ein gelungenes Showrennen, das bei vielen Erinnerungen wachrüttelte.
Für das Straßenrennen um den Radweltpokal sind Hobby- und Lizenzfahrer zugelassen, die Strecke verläuft für die M50-Klasse über zwei Runden, insgesamt 76km und 600 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Hier schrieb sich vom RSV 1895 Passau, Martin Sommer, zum Formcheck nach einem mehrwöchigen harten Trainingsprogramm, in die Startlisten ein. Neben dem Mitglied des Arrivato/Run&Race-Teams machten sich fast 50 Fahrer aus 6 Nationen auf die Runde, die stärkste Fraktion waren die Italiener mit 15 Teilnehmern, die auch das Rennen gewissermaßen kontrollierten. Die Hauptkriterien der Strecke sind gleich nach 4 km der mit bis zu 10% steile, lange Anstieg zur Huberhöhe, oder später die kurze, aber intensiv steile Anhöhung nach Schwendt, mit der folgenden Abfahrt nach Kössen. Anschließend geht es wieder 18 km relativ flach zurück zum Ziel. Der Rennverlauf hatte es in sich, am Anfang zur Huberhöhe noch kontrolliert verhalten, wurden oben raus schon die ersten Attacken gesetzt. Sommer war immer mit vorne, um bei einer passenden Fluchtgruppe dabei zu sein, doch das Hauptfeld war noch sehr aufmerksam und lies keine Gruppe ziehen. Nur ein einzelner, Alexander Bauer aus Westfalen, schaffte bei Kilometer 15 den Absprung. Im flachen Gelände versuchte der Passauer nochmals, alleine wegzukommen und zu Bauer vorzufahren, doch hinten im Feld machten die Italiener Tempo, und so wurde auch dieser Ausreißversuch wieder zunichte gemacht. In einer Konterattacke schafften dann zwei Italiener und Christian Eminger, österreichischer Spitzenradsportler, vom Feld wegzukommen. Sommer fasste nun den Entschluss, die Huberhöhe rauf alles auf eine Karte zu setzen. Schon unten rein fuhr er an der Spitze des Feldes, und zog mit forcierten Tempo den Berg hoch. Oben raus wurde mit Vollgas über die Kuppe gedrückt, das Feld zerfiel in mehrere Gruppen, doch dann wurde das Tempo wieder rausgenommen. Aber genau auf diesen Moment hat der Passauer gewartet, seiner Attacke folgte noch ein Italiener und gemeinsam nahmen sie nun die Verfolgung der Fluchtgruppe auf, die sie auch nach 10 km erreichten. Zu fünft ging es nun in hohem Tempo dem Ziel entgegen. Im flachem Gelände mit leichtem Rückenwind immer zwischen 42-48 km/h schnell, versuchte man auch noch den führenden Alexander Bauer einzuholen, doch der hatte schon einen riesen Vorsprung rausgefahren. Nach 65 km Soloflucht gewann er in einer Zeit von 1:50:38 Std mit einem Schnitt von 41,25 km/h den Radweltpokal. 2:40 min später erreichte die 5er-Gruppe das Ziel. In einem langen Sprint wurde Sommer erst auf den letzten Metern von Eminger und dem Italiener Renzo Asci übersprintet. So blieb ihm zwar der Sprung auf das Stockerl verwehrt, doch war der RSV-Athlet mit Platz 4 bei seinem Formtest zufrieden. Am Wochenende geht’s zur Revanche wieder nach St. Johann. Dieses Mal zu den Master Cycling Classic World Championship, an welcher nur lizenzierte Rennfahrer teilnehmen dürfen.

Martin Sommer bei der Siegerehrung

Foto: Sommer