Aktuell Team Breitensport Kontakte Mitgliedschaft Vereinsleben Fotos Links Archiv
Startseite Aktuell

Aktuell


Impressum/Datenschutz

Tour de Kärnten 2016


Martin Sommer erkämpft bei der Tour de Kärnten Platz 4 in der Alterswertung
In der Gesamtwertung fährt er auf den ausgezeichneten 32. Platz

Martin Sommer vom Arrivato/Run&Race-Team des RSV Passau startete bei dem schwierigen Jedermann-Etappenrennen der Tour de Kärnten. Vom Startort in Ossiach mussten über 430 km und 7670 hm in sechs Etappen bewältigt werden. Auf dem Programm stand alles, was das Radlerherz höher schlagen lässt. Drei schwere Bergetappen, ein Einzel- und ein Bergzeitfahren, am Ende noch eine Flachetappe, auf der zum Finale noch die Bergankunft in Bad Bleiberg von den Athleten alles abverlangt wird.
Zur ersten Etappe traten 275 Rennfahrer an. Querbeet durch alle einzelnen Altersklassen war sehr starke Konkurrenz vertreten. In der AK M50+ war mit u.a. dem österr. Meister Erwin Gabler, Marathonspezialist Christian Strebl, dem vierten der deutschen Bergmeisterschaft, Maik Beer, quasi die Creme de la Creme der Masterfahrer am Start, zu der auch Sommer, dritter der bayr. Meisterschaft, gezählt werden darf. Als Neustarter bei der Tour musste der Passauer RSV-Athlet aber aus dem letzten Startblock das Rennen aufnehmen.
Auch das deutsche Strassacker-Jedermann-Team war mit 15 Fahrern am Start, stellte das stärkste Rennteam der Veranstaltung, und kontrollierte somit auch die meiste Zeit das Fahrerfeld.

Die erste Etappe startete von Ossiach aus und war auf einer Länge von 102 km und 1730 hm gespickt mit drei Bergen. Die ersten 10km verliefen neutralisiert bis Feldkirchen, bevor dort vor dem Anstieg der offizielle Start vollzogen wurde. Sommer versuchte gleich auf dem Weg nach vorne durch das Fahrerfeld zur Spitze vorzustoßen, doch in dem 16 km langen Anstieg gelang ihm nur der Sprung in die erste Verfolgergruppe, in der er sich dann bis ins Ziel halten konnte. Den Sprint dieser Gruppe um Platz 3 in der AK gewann dann der Passauer, 2 Sek. vor Beer. Strebl und Gabler zeigten hier schon ihre Klasse, sie kamen mit der Spitzengruppe gut 6 min zuvor uns Ziel.

Am zweiten Tag folgte das Einzelzeitfahren. Auf fast 40 km, mit 210 hm leicht wellig und windig, ein Kampf gegen die Uhr. Die Strecke war außergewöhnlich lang, fast schon Profidistanz, normal wird im Amateurbereich knapp die Hälfte gefahren. Die Spezialisten für das Contre la Montre holten ihre Zeitfahrmaschinen aus der Garage und konnten so riesige Zeitgewinne einfahren. Auch Sommer meisterte den für ihn ungewöhnlichen Ritt auf dem Zeitfahrrad sehr gut, konnte auf Platz 5 fahren, doch die Spezialisten nahmen ihm hier wichtige Minuten ab, und so viel der Passauer im Altersklassement auf Rang 4 zurück. Auch kostete ihn die Anstrengung viele Körner, doch er konnte die lange Distanz in 56:38 min mit einem 42er Schnitt absolvieren.

Tag 3, wieder eine schwere Bergetappe, 79 km und 1850 hm, es ging aufs Dach der Tour, das 1609m hohe Hochrindl. Schon in der Anfahrt teilte sich wegen dem hoch angeschlagenen Tempo das Feld in mehrere Gruppen, vor dem eigentlichen Anstieg war Sommer mit in der Spitzengruppe vertreten. Doch hier ging jetzt so richtig die Post ab, die führenden der Tour versuchten hier die entscheidende Attacke zu setzten. Zu schnell für ihn, doch konnte er mit vier weiteren Racern eine Verfolgergruppe bilden. Jetzt erwartete sie noch der Schlussanstieg hoch nach Burggl. 5 km steilst bergauf, mit 10 – 16% Steigung. Sommer hielt sich tapfer vorne in der Gruppe und kam auf Platz 5 der Alterswertung ins Ziel.

Nächster Tag, nächstes Glück, oder besser gesagt, nächste Quälerei: Bergzeitfahren, 16 km, 1150 hm, von der Villacher Alpenarena zum Dobratsch auf 1732 m hoch. Wegen eines Wetterumschwungs liegen morgens oben am Berg 10 cm Neuschnee. Doch zum Start am Nachmittag ist die Straße wieder frei. Jetzt heißt es knapp eine Stunde lang Vollgas, immer an der Schwelle treten, nicht überziehen, die Steigung meist um die 10%. Die Fahrer werden einzeln im Abstand von 30 Sek. auf die Strecke geschickt, der Führende am Schluss. Sommer findet schnell seinen Tritt, kann gleich im ersten Drittel zwei Fahrer überholen, doch musste er dann etwas zurücknehmen. Im letzten Drittel konnte er nochmal etwas aufdrehen, und so zwei weitere Athleten überholen. Jedoch nahmen ihm seine direkten Konkurrenten der AK-Wertung auch hier wieder wertvolle Zeit ab. Die ersten drei der AK-Gesamtwertung waren jetzt schon 12-20 min enteilt. Das Podium quasi außer Reichweite galt es jetzt Rang 4 abzusichern, da der fünfte, Frank Lemmer, immer weiter aufrückte, und der Vorsprung auf 1:50 min schmolz.

Zumal am nächsten Tag eine besonders schwere Bergetappe, die sogenannte Wintersportrunde, mit 1550 hm auf 95 km zu bezwingen waren. Doch heute hatte der RSV-Fahrer super Beine. Die ersten zwei Berge konnte er sich sogar in der Spitzengruppe halten, doch am dritten fiel er zusammen mit Beer und Lemmer wieder in die zweite Gruppe zurück. Gabler und Strebl waren wieder vorne enteilt. So wollte Sommer aufs Tagespodest, Platz 3 war das Ziel. Der Schlusssprint ging in den Ort Arriach hoch. Die erste Attacke kam von Beer, die der Passauer konterte, doch der Weg war noch zu weit, und so konnte Beer wieder vorbei ziehen und Sommer musste sich mit Rang 4 zufrieden geben.

Am letzten Tag eine „Flachetappe“. Die ersten 80 km wurden locker gefahren, kontrolliert vom Strassacker-Team, doch die letzten 20 km wieder bergig, nochmal alles aus dem Körper rausholen. Die Spitze um den Gesamtführenden der Tour zieht gleich davon. Dahinter formieren sich die ersten fünf der AK50 zu einer Gruppe, fahren den Sieg unter sich aus und kommen auch in der Reihenfolge der AK-Wertung ins Ziel: Strebl, Gabler, Beer, Sommer und Lemmer. Für die 432 km und 7670 hm brauchte Sommer 13:27:30 h, im Gesamtklassement ist das der hervorragende 32.Rang von 239 Finishern, in der AK50 Platz 4.
Die Gesamtwertung der Tour de Kärnten holte sich der 23-jährige Lucas Schwarz aus Tirol in der Zeit von 12:43:07 Std.

Einzelzeitfahren Sprint
Podium Etappe 1 Profil/Höhenmeter
Martin Sommer mit Maik Beer Bergzeitfahren

Alle Fotos: Werner Kapfenberger